Dalton

Einführung eines Modells zur Förderung eigenverantwortlichen Lernens

dalton_header(nach Prinzipien der Dalton-Pädagogik)

Nach einem ca. einjährigen Informations-, Diskussions- und Entscheidungsprozess in allen Entscheidungsgremien der Schulgemeinschaft, hat die Schulkonferenz am 26.11.15 die Einführung eines Modells zur Förderung eigenverantwortlichen Lernens nach den Prinzipien der Dalton-Pädagogik beschlossen.


Der §2 des Schulgesetzes NRW schreibt selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln, das gemeinsame Erbringen von Leistungen sowie die Entwicklung von Strategien für lebenslanges nachhaltiges Lernen als Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule fest. Auf der Grundlage dieser Maßgabe lassen sich für das konkrete Projekt folgende Ziele formulieren:

  • Stärkung von Unterrichtsformen, die Selbstständigkeit fördern
  • Steigerung des Interesses der Schüler/innen am eigenen Lernprozess
  • Erhöhung der Transparenz bezüglich der Leistungserwartungen und der Lern- und Unterrichtsinhalte für Schüler/innen, Eltern und Schulleitung
  • Schaffung einer für alle Beteiligten entspannten‚ Lern- und Lehrumgebung
  • effektivere Nutzung des Vertretungsunterrichtes.


Die Einführung des Modells ist vorgesehen für die Jahrgangsstufen 5-9. Alle Schüler/innen wählen täglich zweimal in Selbsttätigkeitsstunden à jeweils 45 Minuten („Daltonstunden“) individuell Fach und Lehrer frei, insgesamt also 10 Stunden pro Woche. Nur in Klasse 5 finden diese Stunden bei den Fachlehrer/innen statt. Die Fachlehrer/innen sind in gekennzeichneten Räumen und betreuen die Lerngruppen, die sich aus Schülern unterschiedlicher Jahrgangsstufen zusammensetzen können. Diese Stunden werden dadurch gewonnen, dass jedes Fach ca. 1/3 der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit in diese Selbsttätigkeitsstunden auslagert. Dies führt dazu, dass manche Fächer nicht mehr in denselben Jahrgangsstufen unterrichtet werden können, d.h. dies kann eine Zunahme von Epochalunterricht in sogenannten Nebenfächern bedeuten.

Die selbstständige Wahl des Faches wird dadurch ermöglicht, dass die Lehrer bzw. Fachschaften aller Fächer die Unterrichtsinhalte für alle Schulfächer in so genannte Lernpläne umsetzen, in denen in schülergerechten Formulierungen das Lernpensum wochenweise aufgeführt ist (i.d.R. für 5 Wochen im Voraus). Diese Lernpläne weisen auch die zu erreichenden Kompetenzen im Sinne der Kernlehrpläne aus. Diese so aufbereiteten Inhalte können also ca. 1/3 des Curriculums ausmachen. 2/3 des Lehrplanes werden also weiterhin im „klassischen“ Unterricht vermittelt.


Während dieser Stunden erarbeiten sich die Schüler/innen Unterrichtsinhalte, die in den Lernplänen ausgewiesen sind. Diese Aufträge gehen über das bloße Einüben und Wiederholen aus vorangegangen klassischem Unterricht hinaus. Sie dienen vielmehr zur selbstständigen Erarbeitung neuer Unterrichtsinhalte. Die Lehrer/innen stehen in diesen Stunden als Beratungspartner zur Verfügung. Es bietet sich also verstärkt die Möglichkeit zur individuellen Förderung. Ziel ist es aber auch, die Zusammenarbeit von Schülern/innen jahrgangsübergreifend zu fördern.

Dieser Planer in Form eines vorstrukturierten Heftes nimmt eine zentrale Rolle ein. Hier wird Lern- und Arbeitsverhalten dokumentiert. Der Schüler kann hier seinen Lernprozess planen und reflektieren. Darüber hinaus dient der Planer als Kommunikationsmittel mit den Eltern, als Diagnoseinstrument und somit als Grundlage für Elterngespräche sowie als Anwesenheitskontrolle.

Es findet wöchentlich eine „geschlossene“ Stunde bzw. Tutorenstunde statt, in der die Klasse von dem Klassenlehrer betreut wird. Mit Hilfe des Lernplaners kontrolliert der/die Klassenlehrer/in die Anwesenheit in den Selbsttätigkeitsstunden und überprüft ggfls. Bemerkungen zum Lern- bzw. Arbeitsverhalten. Die selbstverantwortliche Erarbeitung von Unterrichtsinhalten wird in den klassischen Unterrichtsstunden überprüft, z.B. durch das Unterrichtsgespräch, schriftliche Übungen und Klassenarbeiten.